Königlich privilegierte Hof-Apotheke

Charlottenburg,
Otto-Suhr-Allee 89.

Dia-Serie Königlich privilegierte Hof-Apotheke Diese Apotheke gibt es bereits seit mehr als 200 Jahren. Sie befindet sich heute im Erdgeschoss eines dreigeschossigen Gebäudes mit Gründerzeitfassade. Bei stets neuen Anpassungen an Kundenwünsche haben ihre Inhaber immer auch Wert auf Traditionsbewahrung gelegt. Im Innern ist die Apotheke modern gestaltet, Regale und Wandschränke wurden klassizistisch nachgestaltet. Hier findet man eine Kopie der Urkunde der "Königlichen Privilegierung Hof-Apotheke anno 1799" sowie Ansichten der A. aus den Jahren 1906 und 1952 vor. Bereits in der Stadtrechtsurkunde von 1705 wurde Charlottenburg gestattet, eine privilegierte Rats-Apotheke einzurichten. Christian Valentin Traeger erhielt 1799 von König  Kontext zu: Friedrich Wilhelm IIIFriedrich Wilhelm III. ein persönliches Privileg, welches 1802 nach Eröffnung der Apotheke in ein Real-Privilegium für eine Medizinal-Apotheke, verbunden mit dem Recht des Material- und Weinhandels, umgewandelt wurde. Als Besitzer folgten die Apotheker Friedrich, Ferdinand Liman, Otto Liman und von 1861 bis 1871 Julius Friedrich Holtz (1836-1911), der auch Inhaber einer Kuranstalt für Mineralbrunnen und Molken und einer Fabrik für künstliche Mineralwässer war. Er gründete mit dem Apotheker Ernst  Kontext zu: Schering ErnstSchering die Chemische Fabrik auf Aktien, war dort Vorstands- und Aufsichtsratsmitglied und Präsident des Vereins zur Wahrung der Interessen der chemischen Industrie Deutschlands. Die weiteren Besitzer der Hof-Apotheke waren Ferdinand Taege, Carl Taege und Otto Schwendler. Die Apotheke befand sich zunächst in der Berliner Straße 23. Holtz ließ 1866 das Haus in der Berliner Straße 71 nahe dem alten Rathaus errichten. 1902 bis 1905 wurde dort das neue Rathaus gebaut. Schon Schwendler hatte sein Grundstück der Stadt angeboten, aber erst 1901 kaufte die Stadt es von den neuen Apothekenbesitzern Schneemann und Schneider, um von 1911 bis 1916 den Erweiterungsbau des Rathauses errichten zu lassen. Die Apotheke wurde bis 1906 von Ernst Moritz Schneider betrieben, dann von Kurt Lüer auf das gegenüberliegende Grundstück Berliner Straße 105 A verlegt.

Quellen und weiterführende Literatur:
Literatur[ Reinhard ]

 

© Edition Luisenstadt, 2005    Stand: 3. Jan. 2005
Berliner Bezirkslexikon, Charlottenburg-Wilmersdorf
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